Warum ich meine Blutwerte untersuchen ließ und Nahrungsergänzungsmittel heute bewusster betrachte

Bevor wir ein neues Projekt beginnen, große Pläne schmieden oder unser Leben verändern möchten, sollten wir uns zunächst mit einem Menschen beschäftigen, der dabei leicht zu kurz kommt: mit uns selbst.

Diese Erkenntnis klingt selbstverständlich. Bei mir hat es allerdings lange gedauert, bis ich sie wirklich verstanden habe.

Ich habe in den vergangenen Jahren viele Dinge angefangen. Ich wollte mir online etwas Eigenes aufbauen, hatte zahlreiche Ideen und war anfangs voller Motivation. Doch häufig fehlten mir irgendwann die Geduld, die Kraft oder die Ausdauer, ein Projekt tatsächlich zu Ende zu bringen.

Warum das so war, soll Thema eines anderen Beitrags werden. Heute geht es um eine Erkenntnis, die für mich im Jahr 2026 besonders wichtig geworden ist:

Bevor ich im Außen etwas aufbauen kann, muss ich mich zuerst um mich selbst und meine Gesundheit kümmern.

Ich nahm vieles – aber wusste ich überhaupt, ob ob ich es brauchte?

In der Vergangenheit hatte ich bereits einen starken Eisenmangel. Gleichzeitig nehme ich schon seit Jahren verschiedene Nahrungsergänzungsmittel ein – teilweise jedoch ohne einen klaren Plan.

Meine Absicht dahinter war grundsätzlich positiv: Ich wollte meinen Körper unterstützen und möglichst gut für meine Gesundheit vorsorgen. Doch irgendwann stellte ich mir eine entscheidende Frage:

Braucht mein Körper all das wirklich – oder nehme ich manche Dinge nur, weil ich gelesen habe, dass sie gesund sein könnten?

Mir wurde bewusst, dass „vorsorglich etwas einzunehmen“ nicht automatisch bedeutet, dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun. Auch Vitamine und Mineralstoffe können falsch dosiert, unnötig oder in bestimmten Kombinationen ungeeignet sein.

Ich wollte deshalb nicht länger ausschließlich vermuten, sondern genauer hinsehen.

Der Blick auf meine Blutwerte

Ich entschloss mich, Geld in eine gezielte Untersuchung verschiedener Blutwerte zu investieren.

Dabei habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass nicht automatisch alle Werte untersucht werden, die mich interessiert haben. Manche Untersuchungen müssen medizinisch begründet sein, andere werden möglicherweise als Selbstzahlerleistung angeboten.

Ein Bluttest kann natürlich nur eine Momentaufnahme sein. Trotzdem hat mir diese Momentaufnahme geholfen, einen tatsächlichen Mangel zu erkennen und meine bisherige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kritisch zu hinterfragen.

Dabei ist mir heute wichtig: Ein einzelner Laborwert sollte nicht losgelöst betrachtet werden. Beschwerden, Vorerkrankungen, Ernährung, Medikamente und weitere Werte können für die richtige Einordnung eine wichtige Rolle spielen.

Was sich für mich verändert hat

Auf Grundlage meiner Ergebnisse und eigener Recherchen habe ich meine bisherige Routine neu geordnet. Seit ungefähr einem Monat nehme ich meine ausgewählten Nahrungsergänzungsmittel nun regelmäßiger ein.

Subjektiv fühle ich mich damit deutlich besser.

Gleichzeitig weiß ich, dass dieses persönliche Empfinden allein nicht beweist, wodurch die Veränderung entstanden ist. Ein Monat ist ein kurzer Zeitraum und neben Nahrungsergänzung können auch Schlaf, Ernährung, Bewegung, Stress und viele weitere Faktoren beeinflussen, wie wir uns fühlen.

Außerdem habe ich meine Zusammenstellung nicht mit meiner Hausarztpraxis abgestimmt. Rückblickend würde ich diesen Punkt heute anders angehen: Eigene Recherche kann helfen, gute Fragen zu stellen – sie ersetzt aber keine medizinische Diagnose oder eine fachkundige Beurteilung der Laborwerte.

Was ich heute anders machen würde

Wenn ich noch einmal am Anfang stünde, würde ich nicht zuerst verschiedene Produkte kaufen. Ich würde schrittweise vorgehen:

  1. Veränderungen und Beschwerden ernst nehmen
    Anhaltende Müdigkeit, Erschöpfung oder andere Beschwerden sollten nicht einfach als normal abgetan werden.
  2. Die eigene Vorgeschichte ansprechen
    Ein früherer Eisenmangel oder andere bekannte Auffälligkeiten können für die Auswahl sinnvoller Untersuchungen wichtig sein.
  3. Gezielte Blutwerte ärztlich besprechen
    Nicht jeder Mensch benötigt dieselben Untersuchungen. Sinnvoll ist, gemeinsam zu klären, welche Werte aufgrund der persönlichen Situation wirklich aussagekräftig sind.
  4. Ergebnisse erklären lassen
    Ein auffälliger Wert ist noch keine vollständige Diagnose. Entscheidend ist der Zusammenhang mit anderen Werten und der individuellen Situation.
  5. Nahrungsergänzung gezielt einsetzen
    Erst wenn klar ist, ob tatsächlich ein Bedarf besteht, können ein geeignetes Präparat, die richtige Dosierung und die Dauer der Einnahme bestimmt werden.
  6. Werte bei Bedarf erneut kontrollieren
    Eine spätere Kontrolle kann zeigen, ob sich ein Mangel verbessert hat oder eine Einnahme angepasst werden sollte.

Gerade Eisen sollte nicht einfach auf Verdacht und dauerhaft eingenommen werden. Beschwerden, die wie ein Eisenmangel wirken, können auch andere Ursachen haben. Deshalb sollte ein möglicher Mangel durch eine Blutuntersuchung festgestellt und medizinisch eingeordnet werden.

Vitamine oder Medikamente? So einfach ist es nicht

Ich habe mich lange gefragt:

Woraus besteht unser Körper ?

Heute sehe ich diese Frage differenzierter. Natürlich benötigt unser Körper Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiß, Fette und viele weitere Nährstoffe. Trotzdem sind Nahrungsergänzungsmittel und medizinische Behandlungen keine Gegensätze.

Ein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt keine ausgewogene Ernährung, keine Diagnose und keine notwendige Behandlung. Umgekehrt bedeutet eine medizinische Behandlung nicht, dass Ernährung und Nährstoffversorgung unwichtig wären.

Für mich liegt der sinnvollere Weg inzwischen dazwischen: den eigenen Körper ernst nehmen, aufmerksam beobachten, verlässliche Informationen nutzen und medizinische Unterstützung einbeziehen, wenn sie notwendig ist.

Mein Zeichen für dich

Vielleicht nimmst du bereits verschiedene Nahrungsergänzungsmittel ein. Vielleicht fühlst du dich seit einiger Zeit erschöpft oder möchtest einfach bewusster auf deine Gesundheit achten.

Dann soll dieser Beitrag dich nicht dazu auffordern, auf eigene Faust möglichst viele Blutwerte testen oder neue Präparate einzunehmen.

Er soll dich vielmehr an etwas erinnern:

Beginne nicht mit der nächsten Dose im Schrank. Beginne mit der Frage, was dein Körper wirklich braucht.

Sprich Beschwerden und deine persönliche Vorgeschichte in einer Arztpraxis an. Frage nach, welche Untersuchungen in deinem Fall sinnvoll sind, und lass dir deine Ergebnisse verständlich erklären.

Sich um sich selbst zu kümmern bedeutet nicht, alles allein herausfinden zu müssen. Es bedeutet auch, Unterstützung anzunehmen und Entscheidungen bewusst zu treffen.

Denn manchmal beginnt eine große Veränderung nicht mit einem neuen Projekt.

Manchmal beginnt sie damit, dass du dir selbst endlich die Aufmerksamkeit schenkst, die du verdienst.


Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht ohne Prüfung des individuellen Bedarfs eingenommen oder dosiert werden. Bestehende Medikamente sollten niemals ohne ärztliche Rücksprache verändert oder abgesetzt werden.

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